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Wie viel müssen Sie wirklich jeden Monat sparen?

20.000 € in vier Jahren? 100.000 € in dreißig? Sehen Sie, wie sich der Monatsbetrag mit der Zeit, den Anlagerenditen und Ihrem vorhandenen Vermögen verändert.

In diesem Artikel
  1. Beginnen Sie mit der eigentlichen Frage
  2. Ein kurzfristiges Ziel ist vor allem Arithmetik
  3. Bei langfristigen Zielen kommt mehr aus dem Wachstum
  4. Gleiche Einzahlungen, unterschiedliche Zeithorizonte
  5. Wie Renditen den nötigen Sparbetrag verändern
  6. Woher kommen Renditeannahmen?
  7. Inflation, nominale und reale Rendite
  8. Auch das Risiko verändert sich, wenn der Termin näher rückt
  9. Was lässt sich damit entscheiden?

Beginnen Sie mit der eigentlichen Frage

Viele finanzielle Ziele klingen unterschiedlich:

  • 20.000 € als Eigenkapital für einen Immobilienkauf in vier Jahren;
  • 50.000 € für eine künftige Ausgabe in zehn Jahren;
  • 500.000 € für den Ruhestand in einigen Jahrzehnten.

Doch ihnen liegt dieselbe Grundfrage zugrunde:

Wie viel muss ich, ausgehend von dem, was ich heute habe, jeden Monat hinzufügen, um ein Ziel bis zu einem bestimmten Datum zu erreichen?

Bei einem kurzfristigen Ziel muss das meiste Geld in der Regel aus dem kommen, was Sie sparen. Über längere Zeiträume kann das Anlagewachstum einen viel größeren Teil des Ergebnisses ausmachen, doch damit hängt die Rechnung auch stärker davon ab, was Sie über künftige Renditen annehmen.

Ein kurzfristiges Ziel ist vor allem Arithmetik

Angenommen, Sie möchten in vier Jahren 20.000 € haben und beginnen bei null. Wenn Sie Zinsen für einen Moment außer Acht lassen:

Sie müssen rund 417 € im Monat sparen.

Bringt das Geld etwas Zinsen, sinkt der nötige Betrag leicht. Vier Jahre reichen aber nicht aus, damit der Zinseszins die Rechnung stark verändert, deshalb wird ein kurzfristiges Ziel vor allem bestimmt durch:

  • das Ziel;
  • die verfügbare Zeit;
  • wie viel Sie sparen können.

Wo kurzfristiges Geld liegt

Die Zeit beeinflusst auch, wo das Geld sinnvollerweise liegen sollte. Gehen Sie bei einem kurzfristigen Ziel ein hohes Anlagerisiko ein, bleibt womöglich kaum Zeit, sich von einem Marktrückgang zu erholen, der kurz vor dem benötigten Zeitpunkt eintritt. Für kürzere Horizonte kommen daher oft Sparkonten und risikoärmere Anlagen in Betracht.

Der Preis dafür ist eine niedrigere erwartete Rendite, und über wenige Jahre kostet das relativ wenig. Selbst gleichmäßige 7 % im Jahr würden die 417 € nur auf etwa 364 € im Monat senken, und über vier Jahre kann eine Anlagerendite deutlich darunter liegen oder negativ sein. Bei einem Ziel, das nur wenige Jahre entfernt ist, leistet der Betrag, den Sie einzahlen, so oder so den Großteil der Arbeit.

Bei langfristigen Zielen kommt mehr aus dem Wachstum

Früher eingezahltes Geld hat länger Zeit zu wachsen. Über lange Zeiträume kann das Anlagewachstum deshalb einen viel größeren Anteil des Endziels liefern.

Einzahlungen jeweils am Monatsende wachsen auf:

wobei
das künftige Ziel ist;
die monatliche Einzahlung ist;
die monatliche Rendite ist;
die Anzahl der monatlichen Einzahlungen ist.

Umgestellt ergibt sich daraus die nötige monatliche Einzahlung. Sie hängt von drei Dingen ab: dem Ziel, der verfügbaren Zeit und der angenommenen Rendite.

Bei 7 % im Jahr ist der monatliche Satz, der aufgezinst genau 7 % ergibt, nicht 7 % ÷ 12:

Für ein Ziel von 100.000 €, beginnend bei null, bei hypothetischen konstanten 7 % im Jahr:

100.000 € bei 7 %5 Jahre10 Jahre20 Jahre30 Jahre
Monatliche Einzahlung1.405 €585 €197 €86 €
Insgesamt eingezahlt84 Tsd. €70 Tsd. €47 Tsd. €31 Tsd. €
Wachstum16 Tsd. €30 Tsd. €53 Tsd. €69 Tsd. €

Über fünf Jahre stammt der Großteil des Ziels aus Ihren eigenen Einzahlungen. Über 30 Jahre stammt der Großteil aus dem angenommenen Wachstum: etwa 69.000 € der 100.000 €. Eine längere Frist hilft doppelt: mehr Monate zum Sparen und mehr Zeit, in der jede Einzahlung wachsen kann.

Monatliche Einzahlung, die für 100.000 € nötig ist

Start bei null. 7 % im Jahr, monatlich mit dem gleichwertigen Monatssatz verzinst; Einzahlungen jeweils am Monatsende. Konstante Renditen; keine Gebühren oder Steuern.

JahrePro Monat
51.405 €
10585 €
15321 €
20197 €
25128 €
3086 €
3558 €
4040 €

Verdoppelt sich die Zeit von 10 auf 20 Jahre, halbiert sich der Monatsbetrag nicht. Er sinkt um 66 %, von 585 € auf 197 €.

Der Fünfjahreswert ist das, was die Rechnung ergibt, wenn das Geld gleichmäßig mit 7 % im Jahr wächst. Ob das eine sinnvolle Annahme für Geld ist, das in fünf Jahren gebraucht wird, ist eine andere Frage, und es ist das Problem kurzer Horizonte von oben: wenig Zeit, sich von einem Rückgang zu erholen. Liegt das Geld an einem risikoärmeren Ort, nähert sich der Wert den 1.667 € im Monat, die 100.000 € ganz ohne Wachstum erfordern.

Bereits heute investiertes Geld, , wächst bis zum Zieldatum von selbst auf , sodass die Einzahlungen nur noch die Lücke zwischen diesem Betrag und dem Ziel schließen müssen.

Gleiche Einzahlungen, unterschiedliche Zeithorizonte

Nehmen Sie zwei vereinfachte Pläne bei einer konstanten Jahresrendite von 7 %:

  • 500 € im Monat über 30 Jahre;
  • 750 € im Monat über 20 Jahre.

Bei beiden werden insgesamt 180.000 € eingezahlt. Doch der erste Plan gibt seinen frühen Einzahlungen viel mehr Zeit für den Zinseszins. Unter der vereinfachten Annahme endet der 30-Jahres-Plan bei etwa 585.000 € und der 20-Jahres-Plan bei etwa 381.000 €.

Wann Sie angefangen haben, können Sie nicht mehr ändern, deshalb hilft „früher anfangen“ wenig, wenn der Zeitpunkt vorbei ist. Der Vergleich zeigt aber, dass sich Zeit und Einzahlung teilweise gegenseitig ersetzen können. Rückt das Datum näher, steigt die nötige Einzahlung. Kann die Einzahlung nicht genug steigen, müssen sich das Ziel, das Datum oder das angenommene Ergebnis ändern. Mit diesen Größen können Sie tatsächlich arbeiten.

Wie Renditen den nötigen Sparbetrag verändern

Im 30-Jahres-Beispiel sind etwa 69.000 € der 100.000 € Wachstum, und all das beruht auf der Annahme von 7 %. Hier dasselbe Ziel bei 7 % und bei 4 %:

Ziel 100.000 €5 Jahre30 Jahre
Monatliche Einzahlung bei 7 %1.405 €86 €
Monatliche Einzahlung bei 4 %1.511 €146 €
Insgesamt eingezahlt bei 7 %84 Tsd. €31 Tsd. €
Insgesamt eingezahlt bei 4 %91 Tsd. €53 Tsd. €

Über fünf Jahre muss der Großteil der 100.000 € so oder so aus Ihren Einzahlungen kommen. Über 30 Jahre soll ein viel größerer Teil des Ergebnisses aus dem Wachstum stammen, deshalb wirkt eine geänderte Renditeannahme viel stärker.

Das Diagramm zeigt denselben Vergleich für jeden Horizont, mit 0 % als Referenz:

Wie viel von 100.000 € Sie selbst einzahlen, bei drei angenommenen Renditen
  • 7 % im Jahr
  • 4 % im Jahr
  • 0 % im Jahr

Die monatliche Einzahlung, die nötig ist, um von null auf 100.000 € zu kommen, multipliziert mit der Anzahl der Monate; was nicht eingezahlt wird, stammt aus dem Wachstum. Gleiche Konventionen wie im Diagramm oben. Als Summen dargestellt, weil die Linien für verschiedene Renditen in Euro pro Monat mit längerem Horizont zusammenrücken, was den Effekt verdeckt.

Jahre7 % im Jahr4 % im Jahr0 % im Jahr
584.000 € (1.405 €)91.000 € (1.511 €)100.000 € (1.667 €)
1070.000 € (585 €)82.000 € (682 €)100.000 € (833 €)
2047.000 € (197 €)66.000 € (275 €)100.000 € (417 €)
3031.000 € (86 €)53.000 € (146 €)100.000 € (278 €)
4019.000 € (40 €)41.000 € (86 €)100.000 € (208 €)

Bei 0 % zahlen Sie die vollen 100.000 € selbst ein, egal zu welchem Datum. Die Linien für 4 % und 7 % entfernen sich umso weiter voneinander, je länger der Horizont ist: Je weiter das Ziel entfernt ist, desto mehr davon beruht auf der Annahme.

Woher kommen Renditeannahmen?

Wenn ein 30-Jahres-Plan stark vom Anlagewachstum abhängt, welche Rendite ist dann vernünftig anzunehmen? Die meisten Annahmen gehen von der Vergangenheit aus, und die Zahlen, denen man am häufigsten begegnet, stammen vor allem aus einem bestimmten Markt.

Warum 7 % und 10 % so verbreitet sind

Renditen lassen sich vor Inflation (nominal) oder nach Inflation (real) angeben. Den Unterschied erklären wir weiter unten genauer.

Große US-Unternehmen haben seit Ende der 1920er-Jahre bei wiederangelegten Dividenden vor Inflation rund 10 % im Jahr erzielt, nach Inflation rund 7 % im Jahr. Diese historischen US-Renditen sind ein Grund dafür, dass 10 % nominal und 7 % real in langfristigen Beispielen so oft verwendet werden. Beide beschreiben dieselbe Geschichte: einmal in Geldbeträgen, einmal in Kaufkraft.

Es ist allerdings auch eine besonders günstige Geschichte, an der man sich orientiert. Der längste weithin genutzte Datensatz zu weltweiten Renditen reicht von 1900 bis 2024. In diesem Zeitraum erzielten Aktien weltweit rund 5,2 % im Jahr nach Inflation. Die USA kamen auf rund 6,5 %, einen der höchsten Werte aller Märkte. Die Welt ohne die USA kam auf rund 4,3 %.

Eine reale Rendite von 7 % ist also keine neutrale Annahme. Sie liegt nahe an der langfristigen Bilanz des erfolgreichsten großen Marktes des letzten Jahrhunderts und über dem, was ein weltweit anlegender Investor tatsächlich erzielt hat.

Quelle Elroy Dimson, Paul Marsh und Mike Staunton, UBS Global Investment Returns Yearbook 2025 (reale Renditen in Landeswährung, 1900–2024).

Ein Durchschnitt ist nicht, was ein einzelner Zeitraum liefert

Ein Durchschnitt über ein Jahrhundert umfasst gute und schlechte Jahrzehnte. Ein Ziel in 20 Jahren erlebt genau einen bestimmten 20-Jahres-Zeitraum, und welcher das ist, macht einen großen Unterschied.

  • Wer von Ende 1999 bis Ende 2009 im S&P 500 investiert war und die Dividenden wieder angelegt hat, erzielte eine annualisierte Gesamtrendite von etwa −1 %.
  • Der japanische Kursindex Nikkei 225 schloss Ende 1989 auf einem Rekordstand von 38.915,87 und übertraf dieses Niveau erst im Februar 2024 wieder, mehr als 34 Jahre später. Ein Anleger, der Dividenden erhielt, hätte sich früher erholt, als der reine Kursindex vermuten lässt.

Beide Zeiträume gehören zur langfristigen Geschichte hinter den oben genannten Durchschnitten. Fällt aber einer davon in die Jahre, in denen Sie das Geld tatsächlich brauchen, ist der Durchschnitt über ein Jahrhundert kein großer Trost.

Wovon eine historische Zahl abhängt

Zwei Zahlen, die als „die Rendite des Aktienmarkts“ angegeben werden, können sich auch einfach deshalb unterscheiden, weil sie Verschiedenes messen:

  • welcher Markt gemeint ist, ein einzelnes Land oder die ganze Welt;
  • welche Jahre, und vor allem, wo der Zeitraum beginnt und endet;
  • ob Dividenden enthalten sind;
  • ob die Zahl vor oder nach Inflation gilt;
  • ob Gebühren und Steuern abgezogen wurden;
  • in welcher Währung der Anleger das Ergebnis misst.

Die Vergangenheit eignet sich besser, um eine Bandbreite zu testen, als um eine einzige genaue Zahl auszuwählen. Das Sensitivitätsdiagramm oben zeigt, warum: Eine andere Annahme verändert, wie viel vom Ziel aus Ihren eigenen Einzahlungen kommen muss.

Inflation, nominale und reale Rendite

Geld behält seine Kaufkraft nicht dauerhaft. Steigen die Preise, bekommen Sie für dieselben 100 € künftig weniger als heute. Dieser Preisanstieg ist die Inflation.

Bei einer Inflation von 2,5 % im Jahr würde zum Beispiel etwas, das heute 10.000 € kostet, in zehn Jahren etwa 12.800 € kosten. 10.000 € in zehn Jahren wären also nicht dasselbe wie 10.000 € heute.

Deshalb lassen sich Anlagerenditen auf zwei Arten ausdrücken:

  • Nominale Rendite: wie stark der Geldbetrag wächst, ohne Bereinigung um die Inflation.
  • Reale Rendite: wie stark die Kaufkraft wächst, nachdem die Inflation berücksichtigt ist.

Wachsen 10.000 € in einem Jahr um 7 %, werden daraus 10.700 €. Das ist eine nominale Rendite von 7 %. Sind die Preise im selben Jahr aber um 2,5 % gestiegen, ist die Kaufkraft nicht um die vollen 7 % gewachsen.

Näherungsweise ist die reale Rendite die nominale Rendite minus Inflation:

Genauer:

Bringt eine Anlage 7 % bei einer Inflation von 2,5 %:

Eine nominale Rendite von 7 % bei 2,5 % Inflation entspricht also etwa 4,4 % Zuwachs an Kaufkraft.

Das ist wichtig, wenn Sie ein künftiges Ziel festlegen. Stehen 100.000 € für die Kaufkraft, die Sie in heutigem Geld wünschen, sollten Sie entweder eine reale Rendite verwenden oder das Ziel von 100.000 € im Lauf der Zeit mit der Inflation erhöhen. Wer ein festes Ziel in heutigem Geld mit einer nominalen Rendite kombiniert, erhält eine widersprüchliche Projektion.

Die Beispiele oben wenden 7 % auf feste 100.000 € an. Sind diese 100.000 € in heutigem Geld gemeint, müssen die 7 % eine reale Rendite nach Inflation sein. Bei 2,5 % Inflation entspricht eine nominale Rendite von 7 % den 4,39 % von oben: nahe an der 4-%-Linie im Diagramm.

Auch das Risiko verändert sich, wenn der Termin näher rückt

Ein Ziel, das heute Jahrzehnte entfernt ist, liegt irgendwann nur noch wenige Jahre entfernt, und seine letzten Jahre haben dasselbe Problem wie ein kurzfristiges Ziel: wenig Zeit, sich von einem Marktrückgang kurz vor dem benötigten Zeitpunkt zu erholen.

Je näher und weniger verschiebbar der Termin wird, desto wichtiger kann es werden, den bereits angesparten Betrag zu schützen, statt die erwartete Rendite zu maximieren.

Ein Ziel ist also nicht nur ein Zielbetrag. Es hat auch einen Zeithorizont und eine Toleranz dafür, mit weniger als geplant anzukommen.

Was lässt sich damit entscheiden?

Eine nützliche Zielrechnung liefert Ihnen mehr als eine Antwort. Ist der nötige Monatsbetrag zu hoch, können Sie Folgendes testen:

  • ein späteres Datum;
  • ein kleineres Ziel;
  • einen höheren Startbetrag;
  • eine andere Renditeannahme;
  • mehrere Szenarien statt einer einzigen optimistischen Prognose.

Die Rechnung zeigt Ihnen, unter welchen Bedingungen das Ziel aufgeht. Dann können Sie entscheiden, ob diese Annahmen und die nötige Einzahlung für Sie realistisch sind.

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